Bell Huey-Serien

Die HU-1 (Bell 204)

(Siehe dazu auch den Text zur Bell 212). Die Ursprünge der legendären Huey gehen auf Mitte der 1950Bell 204 UH-1 Iroquoiser Jahre zurück. Die US-Army hatte 1954 eine Ausschreibung für einen Mehrzweckhubschrauber herausgegeben, Schwerpunkt sollte der Transport von Truppen und Verwundeten sein. Mehrere Prototypen (XH-40, YH-40) und intensive Flugerprobung führten letztlich zur Fertigung von Vorserienmaschinen Bell 204, die auch als HU-1 (Helicopter Utility, daher kommt auch der Name „Huey“) bezeichnet wurde. Erst später wurde das HU dann umgewandelt in UH (Utility Helicopter). Im Herbst 1958 war der erste HU-1A fertig gestellt, bereits einige Monate zuvor war der Hubschraubertyp in größerer Stückzahl in Auftrag gegeben worden. Offiziell wurde die Maschine eigentlich als „Iroquois“ betitelt, während der heutzutage wesentlich bekanntere und populärere Name „Huey“ nicht offiziell war.

Ihre Feuertaufe erhielten die HU-1A – ausgestattet mit 2 Maschinengewehren und 16 Raketen – im Oktober 1962 in Vietnam.

 

Die HU-1B und UH-1C (Bell 204B)

Weitere Veränderungen und Entwicklungen der HU-1A alias Bell 204 führten zur HU-1B alias Bell 204B (zivile Version). Begonnen hatte die Weiterentwicklung bereits 1959, ab 1962 wurden die Hubschrauber HU-1B unter der Bezeichnung UH-1B herausgegeben. Eine verbesserte Variante mit neuem Rotor und breiteren Rotorblättern hörte auf die Bezeichnung UH-1C und wurde ab Herbst 1965 gefertigt.

UH-1B-Grafik

Grafik Bell UH-1B

 

Die UH-1D (Bell 205)

Unter der Bezeichnung UH-1D bzw. UH-1H Iroquois (zivileBell UH-1D Bezeichnung Bell 205) kam ein Hubschraubertyp auf den Markt, der im Vergleich zum Vorgänger eine wesentlich größere Kabine hatte (Innenkapazität 75% größer als zuvor, vergleiche hierzu auch die Grafiken oben und unten). Die Schiebetüren erlaubten eine Nutzung des gesamten verfügbaren Raums und zusätzlich zur Besatzung konnten zehn bis 12 Soldaten inklusive Ausrüstung bzw. sechs Krankentragen und ein Sanitäter aufgenommen werden. Die ersten UH-1D wurden 1963 in Dienst gestellt, also noch vor der Fertigung der UH-1C.

UH-1D-Grafik

Grafik Bell UH-1D

1965 wurde ein Abkommen zwischen Bell und dem deutschen Bundesministerium der Verteidigung geschlossen, welches der Fa. Dornier als Haupt-Lizenznehmer den Nachbau der UH-1D gestattete. In den kommenden Jahren (bis 1971) wurden über 350 UH-1D für die Bundeswehr und den Bundesgrenzschutz gefertigt. In Italien war es wiederum die Fa. Agusta, die die Bell 205 alias UH-1D in Lizenz fertigte. Agusta konnte an die Erfolge der 205-Vorgänger anknüpfen, indem von der AB 205 mehrere hundert Hubschrauber für die Streitkräfte unterschiedlichster Länder gebaut wurden. Agusta erwarb später übrigens auch die Lizenz für den Bau der Bell 212 (UH-1N), siehe dazu auch das entsprechende Kapitel.