Die MBB BO 105 (heute Eurocopter)

Die Ursprünge der BO 105 lagen bei der deutschen Firma Bölkow. Bereits Ende der 1960er Jahre befand sich dieser Typ in der Entwicklung. Im Februar 1967 wurde der Erstflug der BO 105 V-2 mit gelenklosem Rotor in Ottobrunn erfolgreich durchgeführt. Er war der erste Hubschrauber der 2-Tonnen-Klasse, der über zwei Turbinentriebwerke verfügte.

Ende Oktober 1968 fusionierten die Messerschmitt AG und die Bölkow GmbH. Im Januar 1970 kam noch die Hamburger Flugzeugbau GmbH hinzu, so dass das Unternehmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) entstand. Der Bölkow BO 105 wurde zum MBB BO 105 Hubschrauber. (Lesen Sie hier mehr über Entstehung und Verlauf von MBB).

So war denn auch die BO 105 der Typ, der als erster Rettungshubschrauber (RTH) im bundesdeutschen Luftrettungsdienst ab Herbst 1970 eingesetzt wurde (Kennung: D-HILF). Die Stationierung erfolgte als “Christoph 1” durch den ADAC am Krankenhaus München-Harlaching.

Indienststellung der BO 105 CBS D-HHBG (c) by P. BockshammerDer bei der Indienststellung (links) des “Christoph Hansa” 1990 eingesetzte Hubschraubertyp war eine BO 105 CBS von MBB (heute Eurocopter). Dieser Maschinentyp ist etwas länger als die „Urversionen“ BO 105 A, BO 105 C und BO 105 CB. Die um ca. 25 cm längere BO 105 CBS kann von außen gut erkannt werden an dem kleinen Fenster hinter der seitlichen Tür.

 

BO 105 CBS Superfive (c) by S. Dönitz
Ab Herbst 1996 kam dann eine BO 105 CBS Superfive (auch EC Superfive genannt) zum Einsatz. Diese Maschine ist äußerlich von der BO 105 CBS nicht zu unterscheiden (gleiche Kabinengröße), verfügt aber über verbesserte Hauptrotorblätter, ein leistungsstärkeres Hauptgetriebe mit erhöhter Einmotorenleistung u.a., Datenblatt.

 

Die MD 900 Explorer (McDonnell Douglas)

AmMD 900 Explorer 10. Juli 1997 wurde als erste Maschine der ADAC-Luftrettung GmbH eine McDonnell Douglas MD 900 Explorer (Seriennr. 900-0036) mit der Kennung „D-HMDX“ am BUKH stationiert. Mit der Anschaffung der MD 900 wurde veränderten Rahmenbedingungen Rechnung getragen. Die in Fachkreisen „Explorer“ genannte Maschine verbindet eine deutlich größere Kabine als die Vorgängermuster mit vergleichsweise kaum erhöhtem Platzbedarf für Landungen. Dies ermöglichte einerseits den Einsatz von Rettungsdienst-Praktikanten und andererseits eine Einarbeitung von neuen Mitarbeiter/innen, was vorher nicht möglich war. Weiterhin war durch das Platzangebot eine kombinierte Nutzung (dual use) als RTH und ITH (Intensivtransporthubschrauber) möglich.

MD 900 Heckausleger (c) by S. Dönitz
Ein besonders ins Auge stechendes Merkmal der MD 900 ist der nicht vorhandene Heckrotor. Dieses System wird NOTAR genannt und steht für NO TAil Rotor (= kein Heckrotor). Es handelt sich hierbei um ein Luftzirkulationssystem, welches von einem sogenannten Fan betrieben wird und im Heckausleger des Hubschraubers installiert ist. Zielrichtung war ein sicherer Hubschrauber bei niedrigen Wartungskosten.

DMD 900 Heckausleger (c) by S. Dönitzas NOTAR-System erzeugt also anstelle des Heckrotors den Drehmomentausgleich, damit der Hubschrauber sich nicht um seine Hochachse dreht. Vorteile: es kann keine Gefährdung vom Heckrotor ausgehen und führt andererseits dazu, dass der Explorer der leiseste Hubschrauber seiner Klasse ist. Die D-HMDX ist ausgerüstet mit Triebwerken des Triebwerkherstellers Pratt & Whitney. Allerdings ist der Hubschrauber mit etwa 3,3 Millionen Dollar in der Anschaffung deutlich teurer als die EC 135.

Der neue Explorer II oder MD 902 verfügt über technische Anpassungen und Verbesserungen sowie ein um 250 lb gesteigertes maximales Startgewicht im Vergleich mit der ersten 900er Version.

Von der medizinischen Besatzung wurde am Explorer besonders geschätzt, dass die Patienten durch die seitliche Schiebetür (in Flugrichtung gesehen links) ein- und ausgeladen werden. Es entfällt somit das Rückenunfreundlichere hantieren unter dem Heckausleger. Weiterhin war das Platzangebot hervorragend. Durch den fünfblättrigen Hauptrotor war der Flug zudem sehr ruhig und die Maschine verfügte über eine sehr gute Leistung.

Technische Daten der MD 900...

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Die EC 135 (Eurocopter)

Eurocopter wurde 1992 offiziell ins LeEC 135 P1 als Reservemaschine (c) by S. Dönitzben gerufen und ging hervor aus der französischen Aerospatiale und der deutschen Firma MBB/Deutsche Aerospace. Durch den gemeinsamen Vertrieb und Service sind beide Hersteller gestärkt und verfügen über eine Marktpräsenz in über 120 Ländern. Der ehemalige Unternehmensbereich Hubschrauber von MBB/Deutsche Aerospace ist nun in Eurocopter Deutschland GmbH übergegangen.

Ein in der MD Explorer-Zeit beim „Christoph Hansa“ als Reservemaschine verweEC 135 (c) by P. Kalinowskindeter Hubschraubertyp ist die EC 135 von Eurocopter, ein moderner zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber. Es handelt sich hierbei um eine technisch innovative deutsch-französische Gemeinschaftsproduktion, übrigens die erste Eurocopter-Neuentwicklung, die bei MBB ursprünglich als BO 108 entstanden war. Die Maschine ist entweder mit zwei Turbomeca Arrius 2 B Triebwerken (je 706 PS) oder zwei Pratt&Whitney-Triebwerken PW206B (je 743 PS) zu haben. Daraus resultieren die Bezeichnungen EC 135 T1 oder EC 135 P1 (je nach Triebwerkhersteller).Die modernen Triebwerke weisen einen geringeren Verbrauch und Schadstoffausstoß auf.

Wie auch bei der MD 900 sticht die Heckrotorkonstruktion der EC 13Fenestron des EC 135 (c) by S. Dönitz5 ins Auge. Anstelle eines freiliegenden Heckrotors wird ein verbesserter, ummantelter Heckrotor des Typs „Fenestron“ (links)  verwendet. Die Lamellen des Fenestrons sind asymmetrisch angeordnet und führen  zu einer deutlichen Lärmverminderung. Die EC 135 ist eine der leisesten Hubschrauber ihrer Klasse. Auch hier ist eine Steigerung der Sicherheit im Vergleich zu freiliegenden Heckrotoren gegeben. Die Hubschrauper-typischen Vibrationen werden durch ein Vibrationsabsorptionssystem, welches von Eurocopter Deutschland entwickelt wurde, erheblich reduziert, wodurch sich der Flugkomfort erhöht. Gerade beim Einsatz als RTH/ITH ist dies ein wesentlicher Aspekt zum Wohle des Patienten.

Technische Daten der EC 135...

Bei der Nutzung der Maschine als RTH/ITH wird wird von der medizinischen Besatzung die Be- und Entladung des Patienten durch die Hecktür (und somit unterhalb des Heckauslegers) als nicht ganz so komfortabel empfunden. Außerdem sind die Platzverhältnisse in der Kabine deutlich geringer als bei der MD 900. Das soll aber nicht heißen, dass es sich um einen schlechten Hubschrauber handelt! Die MD 900 war in mehreren Details einfach etwas “angenehmer”.

Mitte 2002 und Anfang 2003 wurde als Reservemaschine für die MD 900 üblicher Weise die EC 135 P1 mit der Kennung D-HKUG verwendet, die im April 1999 von der ADAC-Luftrettung GmbH angeschafft wurde und ursprünglich als „Christoph 16“ stationiert wurde. Seit Ende April 2004 flog eine EC 135 P2 regelhaft als “Christoph Hansa” in Hamburg. Dies war zunächst für eine Woche die D-HGYN, die dann aufgrund eines technischen Problems in die Wartung ging. Danach war es dauerhaft die D-HDEC, die seit Mitte 2005 auch mit “Christoph Hansa”-Schriftzug beklebt war.

Seit dem 20. Juni 2007 ist eine EC 135 P2+ (P2i) mit der Kennung D-HHBG als „Christoph Hansa“ im Einsatz. Insider werden sich bestimmt daran erinnern, dass im Jahre 1990 eine BO 105 in Hamburg als „Christoph Hansa“ eingesetzt wurde, die ebenfalls die Kennung D-HHBG hatte. Damit wurde einerseits die Stadt Hamburg (HH) und andererseits der Standort BG-Unfallkrankenhaus gewürdigt. Insofern wird mit der Kennung der neuen EC 135 in erfreulicher Weise an eine alte Tradition angeknüpft. Die neue Maschine verfügt über ein höheres maximales Abfluggewicht (2910 kg statt 2835 kg) und weist höhere Leistung im Zweimotoren-Flugbetrieb auf. Ausgestattet ist sie mit Triebwerken des Herstellers Pratt&Whitney PW 206 B2. Zusätzlich wurden diverse Detailverbesserungen in die jüngste Baureihe eingearbeitet.

Unten: die EC 135 P2+ (P2i) mit der Kennung D-HHBG

EC 135 P2+ (P2i) mit der Kennung D-HHBG