Definitionen

 

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Begriffsdefinition Hubschrauber

Der Hubschrauber (auch Helikopter genannt) gehört innerhalb der Gruppe „Luftfahrzeuge schwerer als Luft“ zur Untergruppe der sogenannten Drehflügler (mehr Details dazu und auch zu den technischen Ausführungen finden Sie auf der Seite „Hubschraubertechnik- und Grundlagen“). Er ist also ein Drehflügelflugzeug, das seinen Auf- und Vortrieb durch eine oder mehrere Hubschrauben erhält. Eine Hubschraube (Rotor bzw. Hauptrotor) hat zwei bis sechs schmale Flügelblätter. Sie läuft um eine senkrechte (oder nahezu senkrechte) Achse mit mäßiger Drehzahl um. Je nach Anstellwinkel der Flügelblätter und Änderung der Achsstellung können Hubschrauber auf der Stelle schweben, senkrecht steigen oder sinken, waagerecht, seitwärts oder rückwärts fliegen. Die Hubschrauben sind über dem Rumpf angeordnet, zu ihrem Antrieb dienen ein oder zwei im Rumpf untergebrachte Motoren oder Gasturbinen (auch kleine Strahltriebwerke, Raketen oder Druckluftdüsen an den Flügelblattenden sind möglich).

Je nach Verwendungszweck werden Leichthubschrauber (Zweimannbesatzung, Rotordurchmesser 10 m) und Schwerhubschrauber (100 t Startmasse, Rotordurchmesser 35 m) unterschieden.

 

Drehmomentausgleich

Beim einrotorigen Hubschrauber gleicht meistens eine kleine Heckschraube das freie Drehmoment des Rotors aus, das den Rumpf um die Hochachse zu drehen versucht. Diese Heckschraube – auch Heckrotor genannt – kann freiliegend oder ummantelt sein oder durch eine Luftdüse ersetzt sein. Beim mehrrotorigen Hubschrauber mit zwei tandemartig hintereinander oder zwei über- oder nebeneinander angeordneten gegenläufigen Hubschrauben entfällt das freie Drehmoment und daher auch der Heckrotor. Bei Triebwerksausfall wird die Eigendrehung des Rotors durch den Fahrtwind ausgenutzt, um im Autorotationsflug gefahrlos zu landen.

 

Autorotation – Fliegen ohne Triebwerk

Wenn bei einem einmotorigen Hubschrauber das Triebwerk ausfällt, ist noch lange nicht Hopfen und Malz verloren. Der Hubschrauber wird stattdessen zum Tragschrauber, er autorotiert. Der Hubschrauber wird durch sein Eigengewicht zur Erde gezogen und die von unten durch den Hauptrotor strömende Luft treibt diesen an. Dabei müssen die Rotorblätter allerdings einen derart kleinen Einstellwinkel haben, dass keine Bremswirkung eintritt. Damit das Verfahren funktioniert, muss der Pilot unverzüglich nach dem Ausfall des Triebwerks den Pitch (kollektiver Blattverstellhebel) in die unterste Stellung bringen (also der Stellung, die dem Sinkflug entspricht). Wenn das nicht erfolgt, bringt ein rascher Anstieg des Widerstands die Rotordrehzahl in einen gefährlichen Bereich. Der Heckrotor wird übrigens während der Autorotation durch den Hauptrotor angetrieben. Der Hubschrauber bleibt voll steuerbar.

In den Autorotationszustand wird außerdem übergegangen, wenn ein stärkerer Sinkflug als mit Motorkraft gesteuert erforderlich wird oder beispielsweise der Heckrotor als Drehmomentausgleich ausfällt.

 

Zivile Aufgaben des Hubschraubers – ein Überblick

Hubschrauber werden im zivilen Bereich für fünf grundsätzliche Aufgabenbereiche eingesetzt:

  • Luftrettung (primäre Luftrettung, Sekundärtransporte, Intensivtransporte)
  • Utility (Lastentransporte aller Art, Feuerlöschen, TV-Flüge, Land- und Forstwirtschaft)
  • Offshore (Versorgung von Ölplattformen)
  • Passagier-Transporte (Geschäftsflüge, VIP-Transport, Lotsenaustausch)
  • Law enforcement (Polizei, Grenzüberwachung, Küstenschutz).

 

Militärische Aufgaben des Hubschraubers – ein Überblick

  • Transporthubschrauber (Truppentransport, Verwundetentransport, Materialtransport)
  • Verbindungs- und Beobachtungshubschrauber (VBH)
  • Nationaler Such- und Rettungsdienst (SAR) im Rahmen der ICAO-Verpflichtung auf Land und See (im Rahmen der dringenden Nothilfe auch zivile Einsätze)
  • Humanitäre Hilfseinsätze
  • als Kampfhubschrauber (siehe nächsten Absatz)

 

Kampfhubschrauber

Kampfhubschrauber ist eine Sammelbezeichnung für alle zur direkten Bekämpfung gegnerischer Ziele sowie zur Wahrnehmung anderer militärischer Aufgaben eingesetzten und entsprechend bewaffneten und ausgerüsteten Hubschrauber. Zu den Kampfhubschraubern zählen so genannte Angriffshubschrauber und Kampfunterstützungshubschrauber sowie Bordhubschrauber auf Kriegsschiffen, die der U-Boot-Bekämpfung dienen, jedoch nicht unbewaffnete Transporthubschrauber.

AH-64 D ApacheAngriffshubschrauber (Kampfhubschrauber im engeren Sinn; englisch attack helicopter), wie der russische Typ Mi-24 »Hind« und der amerikanische AH-64A »Apache« (Foto links), sind mit panzerbrechenden Lenkwaffen, Luft-Boden- oder Luft-Luft-Lenkwaffen sowie mit einem integrierten Feuerleit- und Zielsystem ausgerüstet. Kampfunterstützungshubschrauber verfügen über zahlreiche Selbstverteidigungs- und Streuwaffen, u.a. Bordmaschinengewehre, Bordkanonen, ungelenkte Raketen, Bomben oder Streubomben. In der Entwicklung befinden sich »Jagdhubschrauber«, die für den Einsatz speziell gegen feindliche Luftfahrzeuge aller Art optimiert werden.

 

Text-Quellen (u.a.):

  • Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2003
  • „Hubschrauber – Geschichte, Technik und Einsatz“ von Hans-Joachim Polte, Verlag E.S. Mittler & Sohn GmbH, 3. Auflage 2001.